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Reise nach St. Petersburg

Skizze einer ungleichen Liebe

Türkisches Bergdorf

Verdammt zum Lieben

Liebe, Kampf, Leidenschaft

Liebens-Freude

Parkbetrachtungen

Was die Welt für uns bereit hält

Reise nach St. Petersburg


Mein Wochenende

Zunächst passierte Freitag abend schon das, was ich eigentlich NICHT wollte an diesem Wochenende: 1. Rumlaufen 2. Rumlaufen mit Asi-Kids, 3. Rumlaufen wenn meine Kameraden (einer Hilfsorganisation) mich mit den Asi-Kids sehen könnten.

Alles passierte: 5 Jungs, 3 Mädchen, an einer Bunkerruine in der windgepeitschten Feldmark. Land !

Mit mir also 9 Leute: Unter der Brücke. Posi, wir geben dir jetzt Geld und du kaufst uns den billigen Vodka von PLUS. Einer kommt aber mit.

Alles so Jungs um die 14, necken mit den Mädels rum, Rollerfahrer düsen an, sind brav, düsen weiter. Ich steck mit den Jungs die Köpfe zusammen: "Ihr habt alle ne große Fresse, aber werdet nicht konkret mit den Mädchen, das ist alles nur Reimgeiere hier. Hast du bei der schon ein Rohr verlegt ? Nein ? Du da ?....Geilen Arsch hat die ja..."

Schaute mir an, wie meine neue fünfzehnjährige, dauerkiffende gymnasiale Eroberung, den ich seit 2 Wochen kenne (und wir haben uns gerne) und ab hier St. Petersburg (wird später erklärt) nenne, mit seiner Tuse rumgeknutscht hat. Tat mir schon einen Stich ins Herz. Aber das ist BL-Schicksal.

Der neue kleine Türke ist cool, hat auf Anfrage von mir in einem Video Beleidigungen und Flüche auf türkisch rausgehauen, St. Petersburg hingegen auf russisch und eines Tages werde ich die Sound-und Videofiles brauchen. Mehmet !

Abends dann die beliebte Dorfkneipe, halt DER (und der einzige ernstzunehmende ) Jugendtreffpunkt; gute Mischungen, aufgewecktes Publikum, hellbunte Musikathmosphäre zum saufen, darten, Billarden, flippern und vieles mehr. Mit einem Kameraden einen gehoben. Kamen dann ein paar meiner Asi-Kifferjungs, mit denen ich nicht mehr wirklich viel zu tun haben will rein, besorgtenkurzerhand draussen mit meinem Geld was zu rauchen, ich verschwand mit ihnen, tauchte 12 Minuten später fröhlicher als vorher wieder mit ihnen in der Kneipe auf, gab Colas aus; Kamerad beschwerte sich bei mir, verstimmt wegen solcher Sachen, vor allem dem rauchen ("habe ICH nicht nötig") bei mir, zeigt aber mir fast im selben Atemzug ein Nacktfoto seiner Freundin auf dem Handy. Soviel zum Thema: "Sowas macht man nicht."
DU musst gerade erzählen..Moral und so.....

Zuvor hatte mir mein "Onkel", der bei uns im Haus Mitbewohner ist, zwar dem Blute nach nicht zur Familie gehört, sondern eines Tages einfach da war und seitdem bei uns wohnt, angetrunken zu Hause als ich zur Kneipe aufbrechen wollte einen 50 Euro-Schein in die Hand gedrückt und mir gesagt: "Posi mach nichts sexuelles mit den Kindern. Tu mir und deiner Tante das nicht an, hast du gehört, guck mich an wenn ich mit dir rede, also machs nicht, oder ich schneid dir den Kopf ab, du hast ja gesehen dass ich ne neue Messersammlung habe." sprachs, reichte mir die 50 Euro, die ich erschreckenderweise an diesem einen Abend komplett verballert habe.

Den Kopf abschneiden. Ich find das gut, ich mag nämlich, wenn Menschen deutliche Ansagen machen, nicht so ein Rumgeiere.
Auf die Worte meines Onkels habe ich am darauf folgenden Samstag dann die einzig richtige Reaktion als Antwort gegeben: Ich habe kurzerhand meinen Lieblingsknaben zu mir zum Übernachten eingeladen
DAS ist auch eine deutliche Ansage, nicht wahr !?

Zuvor war ich aber noch mit dem Lieblungsjungen, St.Petersburg übrigens und Mehmet, in einem der vielen versteckten Abrisshäusern bei uns was rauchen. Fachmann und Einsen-Schreiber, Derumdessengunstdiegötterbulen-Junge St.Petersburg hat gute Arbeit geleistet; meine Jungs, und nicht nur er, lassen sich nicht nur von mir füttern, sondern geben mir auch den sehr intimen "Headshot", dessen Ausübung Kennern schmunzelnd geläufig ist. Und dabei die Augen offenhaltend in sein Gesicht zu schauen macht einen higher als es jeder Trip je könnte !

Danach gab ich Döner aus, in meiner Lieblingsdönerbude. Wir sassen vor den grossen Fenstern am runden Tisch in der ruhigen Abendathmosphäre des Dorfdönerladens, die Sonne schien durch die grossen Fenster an den Jugendstilbauten der Stadt vorbei zu uns an den Tisch, nur für uns; wir sassen da, uns gegenüber, schauten und lächelten uns an.
Und ich sprach (tatsächlich!) : "In diesen Momenten wünscht man sich, man könnte die Zeit anhalten, um sich den Moment einmal genau anzuschauen, ihn zu konservieren, ihn voll auszukosten, oder auch nur kurz, um die vergängliche Schönheit der Sekunde nun wenigstens einmal ganz und gar geniessen zu können."

Zack, es zog mich aus meinem Traum raus, aus den Lautsprechern kündeten die Nachrichten von Protesten und Krieg, mein kleiner großer Junge saß vor mir, kämpfte mit aufgerissenem Mund wie ein junger Löwe mit der vor ihm auf dem Teller liegenden Beute und scherte sich nicht.

Und in mir blieben diese Zeilen, die mein Rückhirn mir in Erinnerung riefen:

"That's why we sieze the moment, and try to freeze it and own it
Squeeze it and hold it, 'cos we consider these minutes golden"
(by Eminem - Sing for the moment)

Die Champs-Elysees der Stadt entlang, an Großmärkten, Fabriken, Tiergeschäften und immer mehr hin zum bürgerlichen Häusermilieu, zogen wir zwei HipHop-Kiddies dann fröhlich, breit, in Vorfreude auf den Abend, beschwipst vom fast Dunkelsein des Abends an der pulsierenden Hauptschlagader der Stadt.

Es ging alles sehr schnell, ich kostete den Abend aus: Wir schauten auf meinen ausdrücklichen Rat hin auf einem -es lief alles perfekt- zum Glück ausgeliehenen Videorecorder dem ihm noch unbekannten Film "How High", der wie die Faust aufs Auge zu uns passt.
(Wollen wir auch so ne WG machen, wenn ich wieder hier wohne ? - Ja klar, voll geil!)

Er liebte den Film. Als ich mir mein Abendbrot von unten holte, errechnete ich, dass demnach statistisch gesehen meine Oma NUR noch 1,7 x hochkommen würde, um irgendwas zu wollen oder zu kontrollieren, was hieß, dass wir noch bis mindestens 23 Uhr, wenn sie schlief und alles sicher war, mit dem rauchen warten mussten. Zur Sicherheit hatte ich aber trotzdem schon die Tür abgeschlossen und eine Geruchswand aus Parfüm vor die Tür genebelt.
Sie kam nicht mehr.

So lüftete ich das Geheimnis um den Stoff in meinem Geheimversteck in meinem Schrank, während er drehte. Sein Lächeln entzückte mich, als er den Osborne, den Strawberry Limes und den PLUS-Vodka erblickte, den ich einen Tag vorher mit einigen der anständigen Kids, die unter der Brücke aufgetaucht waren, abgezogen hatte, als wir uns von der Gruppe, von derer einer schon ne Schnapsleiche war, absetzten und woanders hin gingen.

Seine russisches Seele hatte deutlich weniger als ich zu kämpfen mit dem Nass !

Als unsere 30 Euro verqualmt waren, fragte er sachlich: "Werden wir beide zusammen in deinem (kleinen- Anm. d. Red.) Bett da schlafen ?", ich runzelte die Stirn, schaute ihn ernst und forschend an und sprach eindringlich: "Also..., wenn du wirklich nichts dagegen hast, ja, dann hab ich mir das schon so gedacht..aber muss nicht !" "-Kein Problem."

PENG PENG PENG. Und ab diesem Zeitpunkt war ich Masochist, weil ich´s hinausgezögert habe, zu Bett zu gehen, Vorfreude ausschöpfen, fernsehen halt, Musik hören. Er ist auch einer der Jungs die ich so liebe, wenn sie in der Lage dazu sind, einfach nur still dazusitzen und sich des Lebens zu erfreuen. Einfach sitzen können !, das ist was.

Dann seine Müdigkeit, und mein Satz:, der mir- da ich nicht dachte, dass ich es sobald wieder zu einem Jungen sagen werde- eine Träne ins Auge trieb: "Lass mal ins Bett gehen."

Das unangenehme kurz vorweg: Ich hab an diesem Abend was ausprobiert und klare Abfuhren bekommen. Das alles "SAß", war aber am nächsten Tag vergessen. Zum Beispiel geriet ich an dem Abend noch in ein Handgemenge an dem er sich aber auf keinen Fall beteiligen wollte, wahrscheinlich weil ihm 5 gegen Willy einfach zu unfair war......

Das angenehme und eigentliche nun:

Ein Junge, 15, Gymnasiast, St.Petersburg genannt, Muskeln aus Stahl unter Hemd, Dauerlächeln, unkompliziertes Froh sein, müde und körperlich aufgeweicht vom rauchen (wir beide) , schön, eigenartigerweise duftlos,...enge dunkle Jogginghose.

5 cm neben mir auf dem Bett. Und selbst wenn er sich wegen Antischwulheit nicht in den Arm nehmen ließ (siehe auch im Metatext unter Punkt "Unangenehmes vorweg")
so schaute ich ihm gern zu, sah ihn atmen.

Die Halsandern, der Schmolllippenmund. St.Petersburg. Das Flussbett der Newa auf seiner Wange, den kühlen Wald des Isaaksparks auf seinem Haupte, durchweht mit den Klängen der Leningrader Symphonie mit dem wunderbaren Apfel der Leidenschaft im Halse,
Deine Stirn ist meine Eremitage, so lass mich doch ein in deinen Winterpalast !

Wird die Auferstehungskirche mich retten, wenn dein alter Glanz verwaschen ist ?


Und auf des Hengstes blankem Rücken
Mit der emporgestreckten Hand
Ihn vorwärts treibend mit den Blicken
Braust funkensprühend der Gigant
Der arme Irre hastet weiter
Wohin auch immer er sich kehrt,
Der eherne, erzürnte Reiter
Folgt überall auf seinem Pferd

Deine Wangen sind Bernsteinplatten des Katharinenpalastes !

Ich schlief spät, selig und mit seinem Rücken an meinen ein.

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Ein anderer, inzwischen älterer Junge müsste -nebenbei bemerkt- auch einen Namen kriegen: Sylt! Reich und exclusiv, aber die Gezeiten nagen mehr und mehr an seinen schönen Ufern.
Hey ! Du bist Sylt !
Wie albern....

Zurück zum Thema: Am Morgen wachten wir auf, er stand in seiner Halbnacktheit schlaftrunken vor mir, kam grinsend auf die Idee "Frühstücksvodka" (Russe halt..) , wir machten uns fertig zum Fussballspielen: Nach langer Winterpause würde "meine Truppe" (da ohne mich hier nichts geht) wieder auf dem legendären Bolzplatz auflaufen.
Aber zuvor wurde mir noch klar, dass meine Oma realisiert hatte, dass ich einen Jungen zum übernachten da hatte, der dann auch noch zu allem Überfluss mit in meinem Bett schlief, indem sie an der Tür bollernd mit dem Frühstück in der Hand fragte, ob denn mein Gast auch was essen möchte. Wie nett ! :-)
Ich nahm also den zweiten Cappuchino, brachte ihm ihn ans Bett (Du sollst dich hier wie ein König fühlen!), sowie die -nach ihm beurteilt- köstlichen frischen Philadelphia-Nutellabrötchen und schaute mir an, wie
Ich liebe es, Jungs zu bewirten und umsorgend zu verwöhnen...

Beim Fußball war ich erfolgreich. Leider liessen sich die Jungs sehr von den Softair-Gewehren ablenken, die einige mitgeschleppt hatten. Beim nächsten mal werde ich deutlich machen, dass ich unter solch störenden Umständen keinen Bock mehr aufs Spielen habe. Erfolgreich war ich hier, weil ich zwei meiner schon für sich genommen liebsten Tätigkeiten, Jungs und Fussball, zusammengebracht erlebte. Besser gehts kaum, und so stell ich mir einen grossen Teil meines persönlichen Idealen Alltags vor. Sorry Jungs, is aber so !

Verdreckt mit den Jungen Richtung zu Hause gegangen. Gewaschen. Telefonieren. St.Petersburg, ach, du hast doch keinen Bock mehr mit meinen 5 Euro was zu kaufen, und du möchtest auch jetzt lieber nur noch zuhause entspannen, und ich sollte auch nicht mehr hingehen heute abend; na gut, aber die 5 Euro gibst du mir beim nächsten mal. Nein, ich vermute NATÜRLICH dass du nun mit dem Geld für dich alleine was holst, aber darum will ichs ja auch wieder und es WÄRE nicht schlimm wenn es so wäre, es macht mir doch nichts.Du bist cool !

Telefonate. Abends stille.

Ich habs ständig wiederholt: Du bist cool, genial, toll; alle 3 Tage direkt in sein Gesicht.

Es baut ihn auf, auch auf mich lässt er nur gutes kommen, wenn auch unterschwellig und nicht so verbal. Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte.

Ich sei nur ein süß-verliebter Posi ? Mitnichten, aber werde mir als verknallter Wuschel nun endlich die zahllosen Fotos und Videos reinziehen, die am Wochenende von ihm entstanden waren.

Posi